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Montag, 18. November 2013

Preisverleihung schrammte knapp an einer Majestätsbeleidigung vorbei.


Tesla Model S blamiert beinahe die neue S- Klasse von Mercedes.
(Bild:©C&D)
Am Donnerstag vergangene Woche berichteten wir in einem Artikel, dass das Model S den 2. Platz beim "Goldenen Lenkrad" erreicht hat. Doch was wir da "einfach" niedergeschrieben hatten, wäre beinahe ein Desaster für Mercedes geworden.
Denn das Flaggschiff von Mercedes wäre fast vom Tesla Model S geschlagen worden – ausgerechnet von einem Elektroauto!


Bei der Verleihung des "Goldenen Lenkrads" hat schon vieles Unvorhergesehenes gegeben: den Mauerfall am 9. November 1989 etwa, als viele die Veranstaltung im Berliner Verlagshaus der Axel Springer AG verließen, oder die brennenden Haare der Moderatorin Nina Ruge zehn Jahre später. Dieses Mal war es fast wieder so weit: Nur knapp schrammte die Preisverleihung an einer Majestätsbeleidigung vorbei.

Zwar gewann die Mercedes S-Klasse letztlich den wichtigsten deutschen Autopreis, vergeben von "Bild am Sonntag" und "Auto-Bild". Doch hat sich "das beste Auto der Welt" (Daimler-Chef Dieter Zetsche) nur mit Hängen und Würgen ins Ziel gerettet. 1783 Wertungspunkte aus 35 Einzelbeurteilungen holte der große Mercedes in der Ober- und Luxusklasse, und mit nur 24 Pünktchen Rückstand säuselte der Tesla Model S über die Ziellinie.

Dem Tesla halfen vor allem die Bewertungen der Rennfahrer und Designer. Die Lenkrad-Jury teilt sich in fünf Gruppen: Techniker, Rennfahrer, Prominente, Designer und Chefredakteure – hier kommen neben den Autotestern der "Bild am Sonntag" auch die Chefredakteure der verschiedenen europäischen Ausgaben der "Auto-Bild" ins Spiel. Die acht Rennfahrer, unter ihnen Hans-Joachim Stuck, Walter Röhrl und Mika Häkkinen, hatten zu bewerten, was mit schnellem Fahren zu tun hat. Für den Motor gaben sie dem Tesla Model S 59 Punkte, der S-Klasse nur 51. Lenkung: 56 zu 45. Bremse: Nur hier liegt der Mercedes mit 51 zu 46 vorn. Getriebe: Tesla 56, Mercedes 49 Punkte. Handling: Tesla 52, Mercedes 41 Punkte. Und so weiter. Stuck erklärt das so: Durch die schweren Akkus in der Fünfmeter-Limousine ergibt sich ein extrem niedriger Schwerpunkt, der dem Tesla Model S trotz seines hohen Gewichts ein gutes Handling ermöglicht. "Der Wagen lenkt ein wie ein Gokart. Und die Kraftentfaltung des Elektromotors ist unerreicht."

Noch härter die Wertung der drei Designer in der Jury, darunter Patrick le Quément, früher Renault-Designchef und Erfinder des Twingo. In jeder Einzelwertung lag der Tesla vorn, am extremsten fallen die Urteile der Designer bei Ästhetik und Zeitlosigkeit aus: Tesla jeweils 48, Mercedes 35 und 37 Punkte.
Lediglich bei den Technikern konnte die Mercedes S-Klasse verlorenen Boden wieder gut machen. In Sachen Sicherheit,Verarbeitung,Sitzkomfort, Qualität und Assistenzsysteme konnte die Mercedes S-Klasse den Tesla knapp schlagen.

Dies ist ein mehr als respektables Ergebnis für die Tesla Entwickler. Und 2014 würden die Karten wieder neu gemischt werden. Zu diesem Zeitpunkt werden die ersten von Tesla selbst entwickelten Assistenzsysteme Einzug halten.

Pixner

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